Vor sieben Jahren ging ein griechischer Apotheker aus
Mönchengladbach in seine Heimat zurück, um einen
Weltklasse-Cabernet-Sauvignon zu erzeugen. Er vertraute
seinem Gefühl und Instinkt – und hatte Erfolg: Heute
zählt
Christos Kokkalis "Trilogia" zu den aufregendsten
Weinen Griechenlands.
Hendrik
Thoma: Der ausgebildete Koch und ehemalige
Chef-Sommelier des Hamburger Hotels "Louis C. Jacob"
wurde einem größeren Publikum vor allem durch die
TV-Sendungen "Kochduell" und "Hauptsache Wein" bekannt.
Wer diese
Kolumne über die Jahre verfolgt hat, erinnert sich
vielleicht noch an Christos Kokkalis. Der Apotheker aus
Mönchengladbach, der vor einigen Jahren mit einem
Vorsatz in seine Heimat Griechenland zurückgekehrt war.
Kokkalis wollte, begeistert von den großen Weinen des
Bordeaux, einen Weltklasse-Cabernet-Sauvignon in seiner
Heimat erzeugen. Sieben Jahre sind seither vergangen,
und Experten zählen Kokkalis' Trilogia zwischenzeitlich
zu den aufregendsten Weinen Griechenlands.
Foto:
Hendrik Thoma
Christos
Kokkalis erinnert mich an Alexis Sorbas, den tragischen
Helden. Sorbas war ein Naturbursche, der es verstand,
aus jeder Situation das Beste zu machen, und vor allem
seinem Gefühl und Instinkt vertraute. Er hatte eine
bedingungslose Leidenschaft für das Leben und dessen
Schönheit. Ein Charakter, der durch und durch mit sich
im Einklang war und dabei eine Zufriedenheit
ausstrahlte, der viele Griechen bis zum heutigen Tage
bewundernd nacheifern. Christos Kokkalis stand mit
seinem Weinberg mehrfach vor dem Aus, doch er hatte mehr
Glück als der gescheiterte Held Sorbas. Sein Wein ist
mittlerweile sehr begehrt und wird von Weinkennern
geschätzt.
Kürzlich
traf ich ihn in Berlin bei der Präsentation seines neuen
Weines, eines vollmundigen Syrah, wieder. „Hendrik, ich
bin jetzt sehr zufrieden“, sagte er. Seinen Worten
wohnte eine angenehme Ruhe inne, als er mir, äußerlich
kaum gealtert und immer noch stark rauchend, seinen Wein
einschenkte. „Jeder Jahrgang, den ich vinifizieren
durfte, ist ganz anders und eigen. Man muss es
spielerisch angehen und die Individualität des
Weinberges achten“, philosophiert Kokkalis. „Ich habe
viel von ihm gelernt, vor allem über mich selbst.“
An diesem
Abend werden viele seiner früheren Jahrgänge
eingeschenkt. Alle aus Magnumflaschen, in denen der
Inhalt so herrlich reift. Jedes Jahr schmeckte anders,
aber alle vorgestellten Trilogias waren köstlich.
Christos Kokkalis hatte viel Glück und den richtigen
Riecher mit dem kargen Boden und dem mediterranen Klima.
Er sei einzig seiner Leidenschaft gefolgt, die ihn fast
in den Bankrott getrieben hätte. Doch nun sei er
angekommen. Er versteht den Weinberg – nach fast zwanzig
Jahren. Endlich.
Während
ich mir Notizen zu seinem aktuellen 2005er mache,
dämmert mir, was
Christos Kokkalis mit dieser Aussage
gemeint hat: Dieser Wein ist der beste, den er aus
meiner Sicht jemals gemacht hat. Ein pfeffriger,
würziger und dichter Wein. Noten von Darjeeling-Tee,
roter und grüner Paprika und Cassis entströmen dem Glas.
Kein Schmeichler, sondern ein fest entschlossener, fast
grimmiger Wein, der noch Zeit braucht. Dabei ist er
nicht übertrieben fruchtig, sondern einfach herrlich
dimensioniert, wie ein großer Klassiker. Ein Vermächtnis
und die Quintessenz von einem Dutzend Jahrgängen.
Dann
beugt er sich zu mir und erteilt mir verschmitzt
lächelnd eine weitere philosophische Lektion: „Der
schlechteste Jahrgang meines Trilogia, mit den richtigen
Leuten getrunken, ist immer noch ein sehr, sehr guter
Jahrgang!“ Yammas! Recht hat er.
2005er
Trilogia: 27 Euro pro Flasche, über
Weinhandlung Cava, Tel.: 030 / 34 20 368, Email:
cava-tziolis@symposio.com.
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Hendrik Thoma:
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